Medieninformation

Gitta Rupp
Bio-Weinbau Beraterin

Bio-Weinbau G. Rupp & Söhne
Ewitsch 46
A-8461 Berghausen

Tel./Fax +43 (3453) 4017
Mobil +43 (699) 10388630

www.bio-steirer-wein.at
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Die Nachfrage nach Weinen aus biologischem Anbau steigt rapid im Vergleich zu anderen Formen des Weinbaus. Allein der Handel verzeichnete im Jahr 2006 ein Umsatzplus im deutschsprachigen Raum von 27% für Biowein. Obschon seit rund 10 Jahren die Weine aus Bio-Anbau bei internationalen Auszeichnungen überproportional vertreten sind, mussten sich die Bio-Weinbauern lange auf einen relativ kleinen Kundenkreis beschränken. Vorurteile haben halt eine lange Lebensdauer.

Seit aber das „Terroir“ in aller Munde ist und der Weinbau nach BIO-Richtlinien sicher den Königsweg dahin verkörpert, stellen viele innovative Betriebe um. Aber auch der aufgeschlossene Weinfreund will nicht nur Spaßweine konsumieren, sondern besondere Weine schnüffeln, beißen, schlürfen und die Tiefe dieses Jahrtausende alten Kulturgutes erfahren.

In der Steiermark / Österreich werden rund 70 ha als biologisch zertifizierte Rebflächen bearbeitet. Das mag auf den ersten Blick wenig erscheinen, aber es bedeutet eine Vervierzehnfachung der Flächen für Bio-Wein innerhalb von 12 Jahren.

Der Bio-Weinbau stellt hier eine besondere Herausforderung dar, zum einen durch die Steillagen, die einen hohen Aufwand für die Unterstockpflege erfordern: Häufig mit der Handsense oder von Zeit zu Zeit mit der Blatthaue – wie seit Jahrhunderten. Besonders vorausschauend muß die alternierende Bodenbearbeitung erfolgen.

Der Boden ist das A und O im Bio-Weinbau: Alle Maßnahmen der Bodenbearbeitung, der Einsaat, des Mähens, der Humuszuführung müssen darauf ausgerichtet sein, die höchstmögliche Biodervisität oberhalb und unterhalb der Erde zu erhalten bzw. zu entwickeln. Ein lebendiger, durchlüfteter Boden fördert die Widerstandkraft der Pflanzen. Eine mäßige Nährstoffversorgung über Leguminosen, Komposte und gut verottbare Mulchdecken veranlasst die Wurzeln auch aus der Tiefe Wasser und Mineralstoffe zu holen – vom „tiefen Grund“ ist es nicht weit zum tiefgründigen Bio-Wein. Weingärten, die aussehen wie ein geschnittene Thujenhecke und mit Golfplatzrasen unter den Reben, sind für uns kein schöner Anblick, sondern bedeuten Alarmstufe 3.

Auch die Bio-Winzer gebrauchen Spritzmittel, denn gegen die im 19.Jahrhunderten eingeschleppten Pilzkrankheiten, gibt es noch nicht genügend starke Gegenspieler in unserem Öko-System. Verwendet werden Tonmehle, pflanzliche Öle, Algenpräparate, Schachtelhalmbrühen, Kompostauszüge und wenn der Druck auf Grund der Witterung gar zu stark ist, setzen wir auch Schwefel und geringe Mengen Kupfer ein, wobei die Limitierung des Kupfereinsatzes noch einmal besonders kontrolliert wird. Chemisch-synthetische Fungizide und Insektizide sind absolut tabu, genau wir Herbizide und leicht lösliche Dünger (Blaukorn etc.).

Mittlerweile gibt es auch sehr erfolgreiche pilzwiderstandsfähige Rebzüchtungen (Piwis). Sie benötigen oft keine bis eine Spritzung pro Jahr und liefern nun auch geschmacklich sehr ansprechende Weine, diese dürfen allerdings nur als Tafelwein vermarktet werden.

Bio-Weinbau ist mehr als nur das Weglassen von “Gift “. Er erfordert eine ganzheitliche Betrachtungsweise damit verbunden eine große Zuversicht in natürliche Regulationsmechanismen, die ständige Weiterentwicklung der eigenen Intuition durch Beobachtung, Sich-Öffnen, die Reflexion der gemachten Erfahrung und den intensiven Austausch mit anderen Bio-Weinbauern.

Es gibt im biologischen Weinbau zwei grob zu unterteilende Richtungen: die biologisch-organische Landwirtschaft und die biologisch-dynamische Wirtschaftweise. Beide können nur funktionieren, wenn die Weinbäuerin, der Weinbauer mit einer umfassenden und gelebten Natur-Philosophie dahinter stehen. Es ist zu wenig, wenn ab und zu einer Ladung von Reifekompost ausgebracht wird oder zwei Mal jährlich dynamisierte Präparate angewendet werden. Je länger man ihn betreibt, desto stärker zieht der Bio-Weinbau einen in seinen Bann. Letztendlich stellt er trotz mancher wirtschaftlicher Rückschläge eine große Bereicherung dar. Ähnlich wie dem Weinbau, sollte man sich Weine nähern.

Bio-zertifizierte Weinbaubetriebe aus der Steiermark in Österreich haben sich zu einer Plattform zusammen geschlossen mit dem Ziel gemeinsamer Auftritte in der Öffentlichkeit, Information und Vermarktung. Als weiterer Schritt ist die interregionale Zusammenarbeit mit den slowenischen Bio-Weinbauern hinzugekommen.

Ab 8 Personen werden unter fachkundiger Führung ganztägige Exkursionen angeboten.

Ich freue mich, wenn auch die Medien die nachhaltigen Bemühungen mit wohlwollendem Interesse unterstützen.

Ihre

Gitta Rupp

Bio-Weinbau-Beraterin