Berichte

Match im Steirerland: Steirisches Landesweinbaugesetz gegen Weinbauern und Tafeltraubenproduzenten

Für den steirischen Wein gibt es die weiblichen Weinhoheiten, Prinzessinnen und auch eine Königin. Die übernehmen emsig Präsentationsaufgaben und machen Ihre Sache auch gut. Dabei gibt es auch noch Prinzen und einen König, aber die werden offiziell nicht so genannt und sitzen in der Weinbauabteilung unserer Landwirtschaftskammer und im Landesweinbauverband. Die Ärmsten sind noch stärker mit Präsentationsaufgaben belastet, als der weibliche Hofschmuck und so sieht man sie bei unzähligen Weinverkostungen mit Weinglasl in der Hand und mit keck ins Gesicht gezogenem Steirerhut aus den diversen Zeitungen lachen.

Dass dabei für nebensächlichere Arbeiten wie die Interessenvertretung aller – auch der weniger prominenten weinbäuerlichen Untertanen – zu kurz kommt, ist allzu verständlich. Nicht wahr?! Auch, dass der Steirerhut, der fesche, so tief ins Antlitz gezogen, einen Blick über den Hutrand hinaus behindert, leuchtet den Untertanen ein. Nicht wahr?! Sollte doch die Krempe zwecks möglicher Erweiterung des Blickfeldes  zurückgeschoben werden, so wird der hofamtliche Kämmerer aktiv:“ Runter mir der Krempe!“

So schön und einfach könnte das Leben sein. Wenn da nicht plötzlich einige Bäuerlein und Bäuerlinnen keck und lästig würden. Sie wollen Änderungen , Interessenvertretung, Basisorientierung, Transparenz, sie wollen gar eine Schmälerung der herrschaftlichen Macht.

Einige gehen soweit und wollen Tafeltrauben produzieren (und das noch dazu  Bio) und zwar dort, wo sie es für gut befinden und die Sorten pflanzen, die Ihnen als die richtigen erscheinen und nicht die, die Ihnen von Hof und Hofstaat vorgeschrieben werden.

Nach mehr oder minder längerer Beratung zwischen einigen Verkostungsglaserln, beschließt die Regentschaft zur Beruhigung der Aufmüpfigen, ein wenig am Landesweinbaugesetz herumzuwurschteln und verkündet das als weise Entscheidung der weinbaulichen Regenten und deren Hofstaat. Der Hofnarr aber, hat sich den Scherz erlaubt und hat ihnen bei den entstressenden Gute-Nacht-Geschichten  das Ende des Märchens vom Kaiser mit seinen neuen Kleidern vorenthalten.

Artikel aus der Keinen Zeitung Seite 1, Seite 2, PDF

Hintergründe: Begutachtung zum "Änderungsentwurf des steirischen Landesweinbaugesetzes 2004"

Gitta Rupp
Südsteiermark

Begutachtung zum "Änderungsentwurf des steirischen Landesweinbaugesetzes 2004" - Gitta Rupp, 31.01.2012

Bio-Tafeltraubenanbau in Steiermark

Stellungnahme der Sprecherin des Arbeitskreises „Bio-Tafeltrauben Naturpark Südsteirisches Weinland“ zum vorliegenden Änderungsentwurf des steirischen Landesweinbaugesetzes 2004 durch die FA10A

Mehrere steirische  landwirtschaftliche Betriebe haben sich entschlossen, durch den Anbau von Bio-Tafeltrauben ein zusätzliches wirtschaftliches Standbein zu schaffen.

1999/2000 wurde in den meisten Weinbau betreibenden EU Staaten die Produktion von Tafeltrauben aus der Weinmarktordnung herausgenommen und sie gehört hiermit in den Bereich Obstbau.

Begründung war, dass die Produzenten unabhängig von der Weinmarktordnung in diesem Bereich einen größeren Spielraum haben sollen, die Nachfrage der Verbraucherinnen und Verbraucher nach heimischen Tafeltrauben befriedigt werden und nicht zuletzt, dass der Tafeltraubenanbau flächenbezogen nicht in Konkurrenz zum Keltertraubenanbau stehen soll und insofern außerhalb der ausgewiesenen Weinflächen erfolgen kann. Auch die Vereinfachung des Verwaltungsprozedere war ein gewichtiges Argument.

Die Tafeltraubenflächen können also frei gewählt werden, anschließend erfolgt beim Weinbauamt oder der entsprechenden Behörde die Meldung (nicht beantragt – nur gemeldet). Vergorene Getränke aus Trauben (Wein und Sturm) dürfen nicht hergestellt werden, sehr wohl aber Traubensaft, Brände, Marmeladen und Ähnliches.

Die außerhalb der Weinbaugemarkung gepflanzten Tafeltrauben dürfen nicht in der Keltertraubenliste aufscheinen. Sollten Tafeltrauben ausgepflanzt werden, die als Keltertrauben (z.B. Phönix, Regent, Gutedel usw.) klassifiziert sind, so unterliegen diese der Weinmarktordnung.

Jedoch wurden die österreichischen Landesweinbaugesetze, damit auch das steirische, dieser  klaren und logischen Vorgehensweise - aus welchen Gründen auch immer – nicht angepasst und die Tafeltraube im letzten  Landesweinbaugesetz 2004 quasi als Fußnote beibehalten. Der Anbau von Tafeltrauben spielte allerdings bei der letzten Änderung des steirischen Landeseinbaugesetzes noch nicht diese Rolle und die weitere Entwicklung wurde nicht vorausschauend falsch  eingeschätzt.

Durch die rasch fortschreitende Entwicklung der sogenannten PIWI-Sorten (pilzwiderstandsfähige) und dem steigenden Bedarf nach regionalen Produkten mit einem möglichst geringen ökologischen Fußabdruck, entstand in Österreich ein immer größeres Interesse an der Produktion von Tafeltrauben - so auch in der Steiermark.

Als größte Bremse bei der Verwirklichung dieses Produktionsbereiches -  deren Risiken, den Arbeitsaufwand, den finanziellen Einsatz, die Vermarktungswege ausschließlich die künftigen Tafeltraubenproduzenten tragen – erweist sich das steirische Landesweinbaugesetz!

Das steirische Landesweinbaugesetz hat als Kernziel einen qualitätsorientierten Weinbau. Angesichts des geringen Anteils an Gunstlagen für den WEINbau, wird das Neuauspflanzungsrecht aus der regionalen Reserve sehr strikt gehandhabt. Es müssen neben verschiedenen zu erfüllenden Auflagen pro Hektar 2000,- € an das Weinbaukomitee entrichtet werden. Viele Weinbauern erkaufen sich ein sogenannten Pflanzrecht bei anderen Betrieben, die eine Weinfläche auflassen. Das alles betrifft die Weinproduktion (vergl. Rechnungshof Wahrnehmungsbericht 2005) aber nicht der Gewinnung von Tafeltrauben.

 

Die gesetzliche Trennung von Tafeltraubenanbau und Keltertraubenproduktion ist überfällig. Denn was sich für den WEINbau (Keltertrauben) als schützende gesetzliche Maßnahme legitimieren kann, gleicht bei der Tafeltraubenproduktion einer überreglementierenden Verhinderungsmaßnahme, das gilt auch für den zur Begutachtung vorgelegten Entwurf zur Änderung des steirischen Landesweinbaugesetzes.

Warum seitens der österreichischen Weinbauvertretung und der Fachabteilung der Landesregierungen, die in der EU seit über 10 Jahren zum Wohle der Traubenproduzenten bestehenden Regelung¸ so nachhaltig blockiert wird, ist logisch nicht nachzuvollziehen. Denkbar ist, dass hier der vom Rechnungshof 2005 genannte Interessenkonflikt der Weinbauvertretung  der steirischen Landwirtschaftskammern zusätzlich verhindernd wirkt.

Die im Entwurf gelisteten Tafeltraubensorten sind insofern dienlich, als auch einige der oben  erwähnten PIWI-Sorten aufscheinen. Jedoch ist die Liste zu eingeschränkt. Es gibt mittlerweile Sorten, die für den Erwerbs-Tafeltraubenanbau den genannten Sorten überlegen sind und speziell den steirischen Klimagegebenheiten besser entsprechen. Zu berücksichtigen ist auch, dass die Entwicklung von PIWI-Sorten für den Tafeltraubenanbau rasch voranschreitet und der Konsument nicht wie im Bereich Wein bestimmte klassische Edelsorten vorzieht und sich nur sehr zaghaft eine Akzeptanz für Weine aus bestimmten PIWI-Trauben einstellt. Bei Tafeltrauben ist dem Kunden hingegen nicht die Sorte wichtig, sondern, dass sie schmecken: nicht zu süß, erfrischend säuerlich, wenig Foxton, eher mit Muskataroma, mittlerweile rot vor grün, grün vor gelb, gelb vor rosa. Sie dürfen keinerlei Rückstände aufweisen (im konventionellen Anbau in D Problem Folpet) und BIO wird bevorzugt.

Eine Rebsortenliste darf – wiederum EU entsprechend - lediglich empfehlenden Charakter haben und  muss flexibel gehandhabt werden.

Mit dem vorgelegten Entwurf der FA10A sind der Spielraum und die Entscheidungsmöglichkeit für den österreichischen Tafeltraubenanbau im Vergleich zur Tafeltraubenproduktion in den anderen europäischen Staaten ungleich stärker eingeschränkt und es sind auch die gleichen Wettbewerbschancen für Österreichs Produzenten nicht gegeben.

Der Verwaltungsaufwand ist hierzulande wesentlich höher für Produzenten und Weinbaubehörde als in den anderen EU-Staaten (beispielsweise sind seit fast einem Jahr noch nicht einmal alle Anträge für das Auspflanzrecht aus der regionalen Reserve Steiermark für Keltertraubenanbau erledigt).

Das ganze Prozedere von Antragstellung, Begutachtung, Genehmigungsverfahren ist einerseits enervierend und dient andererseits der Qualität des Tafeltraubenanbaus in keiner Weise. Etliche steirische Tafeltraubenanbau-Interessenten haben ihren Elan verloren und die Nische Tafeltraube von ihrer Zukunftsplanung gestrichen, während im LEH, in Bioläden und bei den Konsumenten das Interesse steigt.

 

Wir gehen davon aus, dass die Herausnahme des Tafeltraubenanbaus aus dem Landesweinbaugesetz die klarste und zielführendste Lösung für alle Beteiligten ist, als auch die  mit dem geringsten Verwaltungsaufwand (aktuelles Sparziel) und fügen als exemplarische Verordnungsgrundlage die deutsche Bestimmung an.

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau

Allgemeine Informationen über Tafeltraubenanbau:

Seit dem Jahr 2000 erlaubt die EU-Weinmarktordnung auch in Deutschland den erwerbsmäßigen Anbau von Tafeltrauben. Tafeltrauben können unbeschränkt auf allen Flächen angebaut werden: Obst- und Weinbaubetriebe können damit ihr Sortiment erweitern.

Gesetzliche Bestimmungen:

- Die Fläche und die angebauten Sorten müssen, wie die Keltertraubensorten, bei der Weinbaukartei (für Bayern an der LWG Veitshöchheim) gemeldet werden.

Hinweis: Die Anpflanzung von Sorten zur Tafeltraubennutzung, die als Keltertraubensorte klassifiziert sind, wie z.B. Solaris, Phoenix oder Regent, ist nur auf Flächen mit weinrechtlicher Genehmigung möglich.

- Aus den geernteten Tafeltrauben darf kein Wein oder Federweißer hergestellt werden. Die Produktion von Traubensaft und Traubenbrand ist erlaubt.

- Die eingesetzten Pflanzenschutzmittel müssen für den Tafeltraubenanbau zugelassen sein.

- Bei Verkauf an den Handel sind die Handelsklassen bei Tafeltrauben zu berücksichtigen.

Allgemeine Kulturhinweise:

Als Sorten empfehlen wir pilzwiderstandsfähige Tafeltraubensorten, die mit wenig Pflanzenschutz auskommen und daher beim Verzehr extrem niedrige

Pflanzenschutzmittelrückstände aufweisen, die deutlich unter den zugelassenen Höchstwerten liegen.

Biologischer Anbau:

Mit biologisch erzeugten Tafeltrauben hat der Anbauer die größten Chancen auf dem deutschen Markt. Der Bio-Lebensmittel-Einzelhandel wirbt derzeit mit dem Slogan: „biologisch, gesund, regional und umweltfreundlich“. Biologisch erzeugte Tafeltrauben weisen extrem niedrige Pflanzenschutzmittelrückstände auf und durch die regionale Erzeugung fällt der CO2 - belastende Ferntransport aus südlichen Ländern weg. Durch die kurzen Wege zum Markt kann der Anbauer die Trauben bis zur Vollreife am Stock belassen und den Kunden frische, vollreife, aromatische und süße Früchte anbieten. Das sind die wesentlichen Vorteile gegenüber der Importware

In der Hoffnung auf zielführende und zügige Entscheidungen im Sinne der Bio-Tafeltraubenproduzenten verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

Gitta Rupp

Projektleiterin „Bio-Tafeltrauben aus dem Naturpark Südsteirisches Weinland“

(siehe auch
Match im Steirerland:
Steirisches Landesweinbaugesetz gegen Weinbauern und Tafeltraubenproduzenten
)

Gitta Rupp
Südsteiermark

Viele hundert europäische Winzerinnen und Winzer und ein Manifest

In einem würdigen Rahmen im Palazzo Vecchio in Florenz unterzeichneten am 7. Dezember 2009 die Vignerons de’Europe eine Charta, wie sie europaweit bislang noch nicht zustande gekommen war.

SaalMit diesem Manifest Vignerons de’Europe wird sehr deutlich, dass es zur zunehmend industrialisierten Weinherstellung mit dem entsprechenden uniformen alkoholischen Produkt eine starke Gegenbewegung gibt. Die unterzeichnete Charta ist ein kraftvoller Auftakt, der weder Brüssel, noch die Weinindustrie, auch nicht die ministeriellen Weinbaufunktionäre und die großen Handelsketten unbeeindruckt lassen sollte.

Unmittelbar voraus gegangen ist dem Manifest Vignerons de’Europe eine Veranstaltung vom 5. bis 7. Dezember 2009 im Thermenort Montecatini mit Fachvorträgen, Praxisberichten und engagierten Diskussionen. Übersetzt wurde in vier Sprachen simultan.

Initiiert wurde das Treffen von Slow Food Italien führend von Slow Food Toscana. Teilgenommen haben über 500 Winzer und Winzerinnen, die in ihrer Grundphilosophie mit der Aussage des Vorsitzenden von Slow Food Italien Roberto Bures übereinstimmen: „Jede Flasche Wein ist ein kulturelles Produkt. Der Wein verbindet Geschichte, Tradition und Identität mit dem Erzeuger. Ein industriell erzeugter Wein hat von alledem nichts.“

DraussenEs war für die vielen Winzerinnen und Winzer, die sich als Wein-Handwerker verstehen, ein mehr als beeindruckendes Zusammentreffen mit anderen ebenso authentischen Weinbauern aus Italien, Frankreich, Spanien, Tschechien, Slowenien, Rumänien, Bulgarien, Georgien, Deutschland, Schweiz, England, Slowakei, Ungarn, Österreich und sogar von der türkischen Ägäisküste. Beim gemeinsamen Verkosten der Weine und dem unvoreingenommenen Austausch beim gut organisierten Essen und Musik lebte  Wein-Handwerk wieder als das auf, was es seit Jahrtausenden war: Kult und Kulturgut, Spirit und Handwerk.

Jede Winzerin /Winzer hat etwas versäumt, der nicht den großen Markt der Vignerons de’Europe am Piazza Santissima Annuntiata besucht hat, auf dem sich die Vignerons nach Unterzeichnung des Manifest Vignerons de’Europe mit ihren Weinen vorstellen konnten. Beeindruckend die Kulisse, begeisternd die Weinvielfalt mit den Produzentenpersönlichkeiten. Es wurde quasi Naturalhandel betrieben, Bouteille gegen Bouteille – fein, was da nun wieder unser Privatsortiment bereichert.

Von den teilnehmenden Winzern/Winzerinnen waren rund 20 % Bio-Produzenten.

Österreich war mit sechs südsteirischen Bio-Weinbauern vertreten, die sich der möglichen Tragweite von Vignerons de’Europe bewusst waren. Von den offiziellen österreichischen Weinbauvertretern wurde diese markante europäische Veranstaltung anscheinend nicht registriert. Für Brüssel wird dieses Signal unüberhörbar sein.

In zwei Jahren wird wieder ein von Slow Food organisiertes Treffen der Vignerons de’Europe stattfinden. Hoffen wir, dass bis dahin das Manifest Vignerons de’Europe auch in der österreichischen Weinszene zu regem Diskurs geführt hat.

Gitta Rupp

Sprecherin der Plattform BIO-Steirer-WEIN

Bio-Wein - aber ganz geheim ?!

Es gibt einerseits die zertifizierten, kontrollierten und anerkannten Bio-Weinbaubetriebe und andereseits Möchtergern-Bio-Betriebe, die ihre Weinproduktion zwar mit Worten (bis zur Unkenntlichkeit) dekorieren, sich aber nicht den EU-Verordnungen unterwerfen und sich letztendlich nicht in die Karten schauen lassen.

Bio-Weinbau scheint ja richtig Sex-Appeal zu haben; denn unglaublich viele Winzer behaupten, biologischen Weinbau zu betreiben und - wenn schon, denn schon -  wird es gleich noch biologisch-dynamisch! - Nur, auf dem Etikett wird es nicht ausgelobt…

„Wir machen eh bio, nur schreiben wir es nicht drauf“ - Ja, warum nicht? Ist man sich zu nobel, geniert man sich, weil man biologisch (ökologisch) arbeitet, ist die Kontrolle zu teuer oder will man sich Hintertürchen offen lassen? Weil man am eigenen Bio-Betrieb zu wenig Trauben hat und dazu gekauft wird von konventionellen Betrieben.

Die Konsumentin, aber auch der leicht irritierte Weinschreiber, lässt sich sodann gerne den gesamten Flascheninhalt als Bio verkaufen. Ja, das gilt sogar noch als besonderes Understatement, wenn Bio zwar auf der Homepage und verbal kommuniziert wird, aber auf der Flasche keine Kontrollnummer steht.

Für beide, die biologisch-organische Richtung und den bio-dynamischen Weg, gibt es nur eine einfache Sicherheit für die KonsumentInnen: Auf dem Etikett wird mit einer gut erkennbaren Bio-Kontrollnummer die Bio-Produktion ausgelobt und mit dem - leider ziemlich unscheinbaren – EU-Logo (Blatt mit Staatensternen). Das  Bio- oder Ökozertifikat einer anerkannten Kontrollfirma dient dem Verbraucher als Grundgarantie.

Produzenten, die sich diesen Richtlinien nicht unterstellen, können viel heiße  (und oft auch recht werbewirksame) Luft produzieren, aber sie geben null Sicherheit, dass der Wein aus biologischer Landwirtschaft stammen. Außerdem verwässert es die Jahrzehnte lange Bemühung der B(P)ioniere, dass dort wo „bio“ draufsteht auch „bio“ drin ist.

Zertifizierte Betriebe haben eines gemeinsam: Sie bewirtschaften ihre Weingärten nach biologischen Richtlinien. Die einen bio-dynamisch nach Demeterrichtlinien, die andern biologisch-organisch (viele mit einigen Anleihen von Steiner).

Die Gründe, warum  die jeweilige Richtung ausgewählt wurde, sind unterschiedlich und gegenseitig zu respektieren.

Bei der Vinifizierung (dem „Weinmachen“) sind die Demeterichtlinien sicher die kompromisslosesten, während bei den biologisch-organischen Winzern, verschiedene Eingriffsmöglichkeiten bei der Weinbereitung zugelassen sind, die allerdings Bio-Standards entsprechen müssen. Hier geht die Bandbreite vom fast gestylten Wein bis zum Null-Eingriff und der Vermeidung jeglicher Schönung.

Gitta Rupp
Südsteiermark

Nachbetrachtung Spätsommer 2009

Verschiedene Veranstaltungen wurden von und mit BIO-Steirer-WEIN im September 2009 realisiert. Für alle, die leider nicht dabei sein konnten, im Folgenen ein kleiner Rückblick